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  • 2. August 2019

Der Rockabilly Lifestyle

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Der Rockabilly Lifestyle

Redaktion – Freitag, 02. August 2019

Rockabilly

Der sogenannte “Vintage-Look” ist seit einiger Zeit wieder sehr beliebt. Fast in jedem Kleidergeschäft findet man derzeit Kleidungsstücke, die an diesen Stil der 1950er-Jahre erinnern, und auch im Bereich der Dekoration und Einrichtung ist dieser Trend stark zu sehen. Wie fast immer in der Mode ist “Vintage” keine neue Erfindung – es handelt sich hierbei um einen Ausläufer der Rockabilly-Kultur. 

Woher kommt der Rock’n’Roll?

Rockabilly
Tanzende Jugendliche

Das Klischee des Rock’n’Roll bedient sich an vielerlei Zutaten, wie beispielsweise den ausladenden Petticoats der Damen oder der Pomade im Haar der Herren. Natürlich darf auch der Hüftschwung von Elvis Presley dabei nicht fehlen. Doch dahinter steckt ursprünglich eine Protestbewegung  der Nachkriegsgenerationen. Etwa 1940 in den USA prägte diese eine Kultur der Underdogs und des Aufbegehrens gegen die Eltern und die Gesellschaft. Obschon die Improvisation des aufkommenden schwarzen Bebop-Jazz gefeiert wurde, ging es tatsächlich nicht nur um die Musik alleine. Vielmehr wurde der vor allem chaotische, spontane, freizügige und kreative Lebensstil dieser Generation zelebriert. 

Rock’n’Roll entstand, als weiße Musiker afroamerikanische Musik entdeckten und davon ihre Version schufen. Heute dient dieser Sammelbegriff für sämtliche Vorläufer der Rock-Musik. Rockabilly hingegen ist eine Spielart des Rock’n’Roll. Dafür vermischten die Hillbillies (“Hinterwäldler”) aus den amerikanischen Südstaaten den schwarzen “Rhythm and Blues” mit ländlicher Countrymusik. 

1954 schuf Elvis Presley mit seinem schluckaufartigen Gesang, Gitarre und Kontrabass mit dem Song “That’s Alright Mama“ den ersten Prototypen des Rockabilly. Elvis blieb jedoch zunächst unbeachtet und es war vielmehr Bill Haley & His Comets, die im selben Jahr mit „Rock Around The Clock“ die Musikwelt aus den Angeln hoben und den Rock’n’Roll zu einer ernstzunehmenden Subkultur machten.

Rock’n’Roll tauchte später auch als Slangausdruck für Sex auf (“wiegen und wälzen”). Der amerikanische DJ Alan Freed führte den Ausdruck erstmals als Genrebezeichnung in der Musikwelt ein. Chuck Berry, Little Richard, Jerry Lee Lewis und Elvis Presley lösten mit ihren mitreißenden, oft sexuell konnotierten Darbietungen starke Emotionen aus und führten buchstäblich zu einer Spaltung der Generationen. Zum ersten Mal bekamen Jugendliche ihre eigene Musik!

Rockabilly entstand erst später

Zu jener Zeit war der Begriff “Rockabilly” jedoch noch nicht wirklich geläufig. Sie nannten sich “Greaser” (engl. für „Schmier-“ oder „Fettkopf“), abgeleitet vom mit Pomade gekämmten Haar. Während die jungen Männer an ihren schnellen Fahrzeugen schraubten, vergnügten sich die jungen Frauen mit Gesprächen und modischen Belangen. Gemeinsam wurde der neu gewonnene freiere Lebensstil in Tanzcafes und Clubs bis spät in die Nacht gefeiert. 

Keine zehn Jahre später waren die einstigen Helden wie James Dean, Eddie Cochran und Buddy Holly nicht mehr am Leben. Auch der Rock’n’Roll war praktisch tot. Nun waren es die Beatles, die ins Rampenlicht rückten und zeitgleich begann auch die Hippiebewegung. Erst in den frühen 1970er-Jahren kam der Rock’n’Roll langsam wieder ans Tageslicht. Bill Haley war es, der plötzlich wieder in den Charts auftauchte und bald schon waren Haartollen, Petticoats und die langen Jackets der “Teddy Boys” wieder modern. 

Richtig populär wurde die anfangs eher nebensächliche Spielart des Rock’n’Roll erst zu Beginn der 1980er-Jahre. Es erfolgte nämlich in diesen Jahren ein massenübergreifendes Revival der Rockabilly-Musik. Damals wie heute ist der Tanz untrennbar mit der Musik und dem Rockabilly-Lifestyle verbunden. Jedes Jahr finden weltweit unzählige Festivals, Weekender und Jamborees mit Live-Musik statt. Dabei können Jive-, Lindy-Hop-, Stroller- und Boogie-Woogie-Fans das Tanzbein schwingen.

Authentizität versus Modeerscheinung

Die Mode dieser Subkultur ist bei Frauen und Männern gleichermaßen gepflegt. Sogenannte “Rockabellas” tragen dabei gerne Neckholder-Kleider, Tellerröcke oder Marlene-Hosen. Nicht fehlen darf freilich untenrum der berühmte Petticoat. Die Herren der Schöpfung haben es – dank James Dean – ein wenig leichter. Hier reicht schon ein weißes T-Shirt, aufgekrempelte blaue Jeans und eine Zigarettenschachtel lässig in den Shirt-Ärmel gerollt. Aber natürlich gibt es auch hier noch viele weitere Möglichkeiten wie Lederjacken, Creepers und Hosenträger, um sein Outfit aufzupeppen.

Teddy Boys
Teddy Boys

Die Kleidung und das Erscheinungsbild bestimmt dabei maßgeblich die Zugehörigkeit der einzelnen Untergruppen. Zum Beispiel die Teddy Boys mit ihren knielangen Jacketts (“Drapes”) und Stirnlocken oder aber auch die Hep Cats mit Mantel, Gamaschen und Hüten, um nur einige zu nennen. Ebenso wie die Mode sind die Frisuren sehr vielfältig. Vor allem “Victory Rolls” und “Pony” sind bei Damen sehr beliebt, Rockabillys erhalten ihren unverkennbaren Stil meist durch Pomadefrisuren. Von mit viel “Schmiere” zurück gekämmtes Deckhaar oder einer Stirnlocke bis hin zum “Entenarsch” (“Ducktail”) gibt es hier unzählige Spielarten. 

Der Rockabilly-Lifestyle beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Modestil und die Musik alleine. Auch das eigene Fahrzeug, meist amerikanische Oldtimer, aber auch die heimische Einrichtung wird gerne in diesem Stil gewählt. Rock’n’Roll kann in beinahe jedem Lebensbereich ausgedrückt werden, was natürlich auch die Industrie schon längst erkannt hat. Letztendlich geht es um die Frage, ob man tatsächlich den authentischen Lebensstil oder eben nur einen Modeartikel kaufen kann. Die Subkultur verteidigt ihren Lebensstil dabei erbittert und sogenannte “Pseudo-Rockabilly” werden in der “Szene” entsprechend schief angesehen. 

Vielleicht liegt es daran, dass Rockabilly unter seinen Anhängern nach wie vor als Leidenschaft gilt. Als etwas, das länger dauert als eine Modesaison. Und das ist es, was den Rockabilly letztlich vom reinen “Retro”-Trend unterscheidet. Einmal Pompadour, immer Pompadour!

Quelle: https://dernostalgiker.at/
Quellennachweise: duden.de; rockabillyhall.com; retrowaste.com

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